| HAM Radio 2006 - Ein kleiner Rundgang in Bildern
Gedanken zur HAM Radio 2006 aus der A-DX Liste
Nachdem die letzten Jahre für DXer und SWLs die Ham Radio wenig Neuheiten bescherte, war ich
bei meinem Besuch am Freitag durchaus positiv überrascht:
Neben Urgesteinen wie Walter Spieth mit seinen Teleskopmasten, dem nimmermüden Meister Dierking
und leider auch besagten unsäglichen Ramschständen - wobei: die Dame mit der Ersatztinte hätte
man schon mal fragen können, ob sie auch Maultaschen kochen kann - sind u.a. die zahlreichen
Neuerungen im Bereich softwaredefinierte oder zumindest PC-gesteuerte Empfänger zu nennen
(wenngleich ich persönlich damit nicht viel anfangen kann und doch lieber am "VFO" drehe), dann das
neue Grundmodul von BAZ Spezialantennen ( http://www.spezialantennen.info/Frameseiten/mainbody.htm ),
eine Eigenentwicklung, die es als Prototyp zu bestaunen gab, und welche in etwa zwei Wochen als
Alternative zum bisherigen von Grahn zugekauften Grundmodul GS3 lieferbar sein wird (machte einen
mechanisch sehr soliden Eindruck) und natürlich die bereits erwähnten Empfänger-Neuheiten von AOR
und Lextronix.
Ebenso nicht uninteressant die Aussage, die ich von einem am Boger-Stand anwesenden AOR-Mitarbeiter,
angesprochen auf den sagenumwobenen JT-2000 von John Thorpe, erhielt: "der kommt nicht, aber es ist
durchaus möglich, daß irgendwann (?) ein Nachfolger für den AR-7030 kommt".
Just ein AR-7030 mit entsprechender Software-/Notebooklösung werkelte auch am Stand von Digital
Südwest, um dem staunenden Publikum den erfolgreichen DRM-Nicht-Empfang des eigens installierten
26 MHz-Transmitters vorzuführen, nachdem zuvor schon ein mit stolzgeschwellter Brust zum erwähnten
Roberst-/Sangean-Empfänger geschrittener SWR-Mitarbeiter auf den Boden der digitalen Tatsachen
("geht grad nicht") zurück kam.
Michael Geisel
Bin zwar noch in Friedrichshafen, will aber trotzdem kurz antworten.
DRM interessiert mich ebenfalls nicht, der ADDX-Stand ebensowenig.
Was ich interessant finde: Es gibt einige neue Entwicklungen im Bereich
SDR (Software Defined Receiver). So hat Winradio den WR-305 da, der in
verschiedenen Versionen zwischen 535 und 820 Euro angeboten wird und von
9 kHz bis 1800 MHz alles abdeckt, also nicht nur LMK, sondern auch den
ganzen Scanner-Bereich. Klingt interessant und ich will gleich nochmal
am Stand vorbeigehen und nach Grosssignaleigenschaften etc. fragen.
AOR hat einen Prototyp des neuen AR-alpha da, ein Teil, das im
fünfstelligen Euro-Bereich angesiedelt ist. Für dieses Gerät, das auch
nach einem SDR-Prinzip arbeitet, braucht man dann keinen PC mehr und es
kann auch (analog-) TV auf dem eingebauten Bildschirm darstellen. Ist
aber vom Preis her eher was für gut Betuchte oder staatliche Stellen
bzw. Militärs, wo das Geld ja keine Rolle spielt. Ob das Teil auch DRM
empfangen wird, interessiert mich nicht.
Aus dem Amateurbereich gibt es auch Neuentwicklungen, gerade im Bereich
SDR. So z.B. der SDR-Transceiver SDR-1000, der extrem gute
Empfangseigenschaften haben soll und (in der 1 Watt-Version) 995 Euro
kostet. Ist halt eher was für DXer mit Afu-Lizenz.
So furchtbar viele Kleber- und Tintenstände gibt es dieses Jahr nicht
(mehr). So manche kommerziellen Händler findet man aus Preisgründen im
Flohmarktbereich (ganz offiziell) und somit nicht im
Ausstellerverzeichnis. Auch für so genannte "ideelle Aussteller", also
Verbände, Vereine etc. sind die Standgebühren drastisch erhöht worden
(von 63 auf 244 Euro), so dass (wenn es dabei bleibt) für das nächste
Jahr damit zu rechnen ist, dass viel weniger kleine Verbände ihre
teilweise interessanten Amateurentwicklungen und -aktivitäten in
Friedrichshafen vorstellen werden.
Soweit mal ein erster Eindruck. Mehr dazu in der kommenden REFLEXION (für die ich als Journalist hier bin).
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Udo, DL3GN
Hier nun meine kompakten Eindrücke der Messe.
Friedrichshafen ist eine Reise wert - aber nur wenn die Messe als jährlichen Treffpunkt für Hobbyfreunde sieht, oder dem Amateurfunkhobby nachgeht und sich gerne Vorträge anhört. So konnte ich zahlreiche liebe Freunde treffen, die man sonst sicher nicht zu Gesicht bekommt. Das macht den Spass der Messe aus. Die Messe als Informationsquelle ist besonders für uns Rundfunkfreunde zum Vergessen. Was da inzwischen geboten wird ist mehr als dürftig. Waren "früher" wenigstens noch Hobbyklubs und Verbände zahlreich vertreten, so sind diese nach einer Preiserhöhung der Messegesellschaft schon heuer zahlreich ausgeblieben. Kein Wunder wenn man bedenkt das diese Klubs doch zumeist aus persönlicher Leidenschaft und ebenso ohne jeden finanziellen Background zur Messe kommen und dann für den Messestand (bestehend aus einem Tisch und zwei Sesseln) 244 E bezahlen sollen, wohl mehr als von diesen Hobbyfreunden auf der Messe "eingenommen" wird.
Gerade aber diese Vielzahl von kleinen Klubs und Hobbyfreunden, egal ob zB das die englische ISWL (die mit den umfangreichen Diplomprogramm für BC-DXer) oder der Stand der Radiostation Grimeton war, solche Leute fehlen dieses Jahr einfach, selbst die ADDX ist nicht vertreten gewesen, sieht man davon ab das Charly Hardt die Hefte aufgelegt hat.
Was dann zum Anfüllen der Haupthalle verwendet wird, mag zwar für den Jahrmarktbesucher ansprechen, aber was auf einer Amateurfunkmesse Anbieter für Sägeblätter (Multi2000, ja!) Sekundenkleber, Tintenpatronen, Versicherungen, Kochbüchern und Schmuck verloren haben, das habe ich nicht verstanden. Leute, das ist grosser Mist. Besonders wenn einige Händler im Flohmarktbereich zu suchen sind und die Haupthalle immer leerer wird.
Und wer sich über DRM informieren wollte hatte auch wieder mal Pech gehabt, der Roberts Radio bei Charly Hardt war zwar schön anzuschauen, aber da war es auch. Bei Digital Radio ist zwar auch ein Roberts am Stand gewesen, dieser war vormittags aber ausgeschalten, da wusste auch niemand das extra am Messegelände ein 26 MHz DRM Sender des SWR im Einsatz ist. Nachmittags hatte man Strom und Antenne gefunden, das Resultat: geht - gehtnicht - geht - gehtnicht - hat mich aber auch mehr abgeschreckt als mir erstmals ein DRM Empfangserlebnis geboten. Aber Ende des Jahres gehts los erklärte man mir am Stand. Aha, das hatte ich doch schon früher irgendwo gehört.
Die wenigen sehenswerten Dinge: Diverse SDR "Radios", Hilberlings High-End Amateurfunk-Transceiver (das ist Qualität!) natürlich der neue Lextronix und Dierkings NF Filter, standesgemäß vorgeführt mit analogen ITT Rekorder, der schon seit 15 Jahren seinen Dienst treu erfüllt ;-)
Den Vortrag "Kommt DRM wirklich" habe ich mir dann erspart, da ich irgendwie die Antwort schon im Kopf hatte, wenn man überlegt das der Vortragende vom Verkauf von Geräten lebt. Aber da war sicher ein anderer A-DXer dort?
So bin ich Freitag abend mit dem guten Gefühl heimgefahren das ich ausser dem Treffen der ROI/QSL Collection Freunde Samstags mittag nichts versäumt habe.
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Christoph, OE2CRM
Einen spezifischen technischen DXer/SWLer Bericht können vielleicht Christoph
oder Jürgen Martens geben. Letzterer hat gestern eine Kiste "Eton E1" zum
Testen mitgenommen. In Amerika wird das Ding wohl, -- in der Klasse unterhalb
der DX Maschinen -- sehr gelobt. Die ersten Kisten haben aber auch Display und
Frequenzcounter Macken aus dem Menue. Das wird man in der Serie dann bestimmt
hinbekommen.
Meine Eindrücke sind eher subjektiv.
Zum ersten Mal nach 25 Jahren habe ich nicht die Bohne eingekauft, noch nicht
einmal ein Käbele oder einen Stecker ...
Ich war nur einen Tag mit Horst Weise DL4SBK dort. Noch vor 10 Jahren sind
wird dort mit Klingenfuss 3 Tage geblieben. Dabei ist die Landschaft, die
Jahreszeit in einer Urlaubergegend, das Ambiente und die OMs aus vielen
Ländern, auch VE, USA, Israel, Namibia, sowie europ. Nachbarn und an den Ufern
und Bier/Weingärten immer wieder anregend.
Statt 4000 Besucher wie früher mal in Konstanz in 1971, werden mal heuer
wieder an die 19000 Besucher erwartet. Die Hoch-Zeit nach der Wende in
1991-1993 mit 22000 Besuchern ist vorbei.
In der Händlerhalle (60% der Fläche) sind noch 4 echte deutsche Stände und 1
Engländer übrig geblieben.
Wobei bei WIMO an die 20 Firmen deren Produkte am Stand erhältlich sind,
gleich von der Messeleitung geschönt, statistisch ""einzeln"" gezählt werden.
Deutsche: Difona, Delfs, Boger, WIMO. -- Conrad rechne ich mal nicht dazu.
40% der grossen Halle ist breit gestreut vom DARC und seinen Gliederungen und
Verbänden selbst, und den vielen ausländischen Verbänden mit Ständen belegt.
Riesenabstände zwischen den Ständen, nur um die Halle zu füllen.
Alles seit 3 Jahren in 2004 sehr grosszügig in 5 hohen Messehallen angeordnet,
luftig, sehr breite Gänge, klimatisiert, tip-top - auch gute Architektur und
Bauausführung, nahe Parkplätze.
Die Infrastruktur auf der Messe ist schon klasse, da kann man nichts sagen, da
hat das Land Ba-Wü viel Geld investiert. Verkehrsmässig fehlt noch die
Westumfahrung von Friedrichshafen, die jetzt erst aus der Planungsphase in die
Ausführung in die Gänge kommt. Ankündigungen positiver Art liegen vor, sogar
die Bremser ÖkoPartei, Grüne und Bund Natur haben wohl einer Lösung
zugestimmt.
Zwischen Singen und Bregenz-Lindau baut und doktert man scheibchenweise seit
über 20 Jahren zu Filbinger's Zeiten daran herum. Deshalb der übliche Stau zum
Messeereignis in der Kernstadt Friedrichshafen. Durchblicker fahren vom
westlichen Fischbach gleich über die Dörfer Schnetzenhausen, Berg und Ailingen
nördlich durch die Obst- und Weinplantagen herum, direkt bei der Zeppelinwerft
in die Messe hinein.
Offizielle Eröffnung:
Unter dem Thema Nachwuchsprogramme und -förderung.
Von 89.000 deutschen Funkamateuren sind circa 53.000 im DARC. Seit 10 Jahren
geht die Zahl der Mitglieder so um die 500-1000 Mitglieder jährlich zurück.
Aber kaum Austritte, sondern es scheiden Personen auf natürliche Art aus, --
und es kommen
k a u m Junge dazu.
Umfragen in den Vereinen sagen aus, dass viel weniger gefunkt wird als früher,
dass 60% schon jahrzehntelang Mitglieder sind. Diese treu und brav ihren
Mitgliedsbeitrag für Zeitschrift, QSL Vermittlung etc. bezahlen, aber
ansonsten kaum oder gar nicht mehr funken. Laut Vorsitzer der holländischen
Vereinigung gibt es dort noch weniger Nachwuchs als in Deutschland.
Technik ist out. Generell gilt, dass europaweit in einer Umfrage der jungen
Nachwuchsgilde unter 10 wichtigsten Punkten für den Amateurfunk der Aspekt
TECHNIK überhaupt nicht mehr aufscheint. Da frage ich mich, wer die Projekte
in CQ-DL und FUNKAMATEUR dann nachbaut, da wird viel Kraft vergeudet. Am
meisten interessiert die Mitglieder noch der sportliche Wettkampf, wie Peil-
und Kontestwettbwerbe, Diplome etc.
Wolf und Marianne Veit betreuten wieder den ORF und QSL Collectionstand, wie
immer.
ADDX [in der grafischen Hallenliste firmiert] und/oder Charly Hardt hatten
wieder den üblichen Stand gleich neben dem DARC Verband belegt, die
ausgestellten Geräte waren sehr, sehr dünn gesät, auch eine LoopAntenne war zu
sehen. Star war ein kleines AM Gerätchen mit VFO, ähnliche Grösse dem Sony 100
Empfänger, mit KW 49 bis 13 mb Bändern - für 15 EURO.
Sowas ähnliches gab es auch bei Tschibo vor kurzem. !
Hardt und auch der DigitalRadio Stand mit DAB und DRM von der Ba-Wü
Medienanstalt und dem DigiKonsortium hatten keinen spielfähigen DRM Empfänger
zur Hand.
Der einzige Roberts Empfänger in Europa liegt derzeit in irgend einem Labor.
Der SWR (mein Nachbar in Degerloch) Günter Haug DL6KB von der SWR Technik
hatte extra einen 26 MHz DRM Sender bei der DARC in Friedrichshafen
installiert, ein Trumm von 1 kW. Aber durch den Störnebel auf der Messe habe
ich nichts gehört davon. Die DRM Gerätschaften waren überall die Kombination
AOR 7030 mit angehängten Notebook und DREAM Software.
Also seit einigen Jahren geräteaufbau mässig nichts neues bei DRM.
3 grosse weite Hallen mit Flohmarkt, - das übliche auszumachen.
Ich war nur an gebrauchten WRTH interessiert - mir fehlt auch noch 1975 - ist
mir irgendwie abhanden gekommen, sowie zwischen 1953 und 1957. Auch Bredow
Institut Handbücher in deutscher Sprache interessieren mich, aber dafür wurden
deutsche Stahlhelme, russische und deutsche Weltkriegsorden, KristallVasen
angeboten. Die Halle B3 war auch nur zur Hälfte gefüllt.
Vorträge: Charly Hardt knappe 27 Minuten über DRM, mit UmfrageZettel an die
Besucher, Pro und Contra DRM für ihn zur Auswertung aufzuschreiben. Ansonsten,
Roberts AM/DAB/DRM soll kommen, im Okt. 2006, für 300 EURO. Aber nur Heimgerät
mit Netzteil, sonst sind die Batterien oder Akkus im nu leer gelutscht.
Produktion in China läuft auch schleppend an, weil nur sehr teure US
amerikanische Texas InstrumentsChips zu verbauen sind, anderes ist nicht
verfügbar. Die Stromaufnahme der Bauteile ist noch sehr, sehr hoch.
Die chines. Regierung hat den Auftrag für die Produktion von 500.000 DRM
Geräten bis Endes diesen Jahres - für die chinesische VR !! - Inland -
initiiert. Da werden dann wohl auch einige Geräte im westlichen Ausland
landen.
Charly sagte jedenfalls voraus, dass es auch in 15-20 Jahren noch AM Sendungen
geben wird, vor allem wegen der Dritten Welt, weil dort kein Absatz für 300
EURO pro Gerät zu machen ist, bei einem selbigen JahresKopfeinkommmen.
Bei der Diskussion wurde auch bemängelt, dass man kein Frequenzmanagement für
DRM betreibt. Kein Mensch hätte doch z.B. DAB auch noch ins FM-UKW Band
gequetscht. Warum räumt man nicht 2 MW Kanäle und einige Bandränder in den SW
Bereichen für Tests frei? - und lässt dafür die AM Senderkanäle unbehelligt.
Wolf Harranth hatte heute - Samstag - um 1200 Uhr das ORF/RÖI
Hörertreffen, - da wäre ich gerne dabei gewesen. Wir sind noch gestern bis
22.00 Uhr am Bodenseestrand Biergarten in Immenstaad gehockt und dann nach
Stuttgart zurück gefahren. Der Frequenzkoordinator Vranka vom ORF kam direkt
von der WARC in Genf, wollte aber zu den DAB Bereichsänderungen etc. nur
Fragen beantworten.
Uli Bihlmayer Bandwacht war auch heute früh um 1000 Uhr, und die
Sonnenfleckenbetrachtung von Wolfram Hess war auch gestern um 1600 Uhr. Aber
ich hatte für beides keine Zeit.
mhg de Wolfgang
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