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[A-DX] ORF Finanzlage


  • Subject: [A-DX] ORF Finanzlage
  • From: Herbert Meixner <hmeixner@xxxxxxxxx>
  • Date: Wed, 15 Jul 2009 18:12:21 +0200

Quelle: http://derstandard.at/

ORF noch stärker errötet
15. Juli 2009, 17:40

123 Millionen Verlust - Eigenkapital geht aus - Beim ORF wird die Lage langsam, aber sicher brenzlig, meinen Insider

Wie schlecht geht es dem ORF wirklich? In Stammunternehmen, dem Österreichischen Rundfunk (ohne Beteiligungen wie Enterprise, Online, GIS oder Senderfirma), wurde im Vorjahr ein operativer Verlust von 123,36 Millionen Euro eingefahren, geht aus der Bilanz hervor.

Das entspricht einer Verschlechterung zu 2007 von 71 Millionen Euro. Die größten Negativabweichungen weisen die Aufwendungen für die Altersversorgung auf, welche um 28 Millionen Euro auf 41,8 Millionen schnellten, und die um 30 Millionen Euro verteuerten ?bezogenen Leistungen" (vor allem TV-Rechte). Unter dem Strich stieg der Personalaufwand um rund 30 auf 404 Millionen, was fast der Hälfte des Umsatzes entspricht. ?Der ORF hat die Personalkosten nicht im Griff", meint dazu ein Mitglied des Finanzausschusses des Stiftungsrates. Doppel- und Dreifachbesetzungen von Ereignissen bergen großes Einsparungspotenzial, heißt es.

Noch höher als das Minus im Betriebserfolg wäre das EGT (Ergebnis der gewöhnliches Geschäftstätigkeit; beinhaltet auch den Finanzerfolg) ausgefallen, hätte der Küniglberg nicht zu einem Bilanztrick gegriffen: Er wertete die Lotterien-Beteiligung um 39,5 Millionen auf. Notwendig wurde der Schritt nicht zuletzt wegen der Wertpapierverluste: Vom 422 Mio. Euro schweren Depot (für Pensionen und Abfertigungen) wurden 47 Mio. Euro abgeschrieben. Das EGT sprang dadurch auf 104 Mio. Euro an. Infolge waren Rücklagenauflösungen in Höhe von 51,5 Mio. Euro notwendig. Trotz Gewinnvortrags fuhr der Rundfunk einen Bilanzverlust von 18 Mio. Euro ein. Etwas besser sieht die Konzernbilanz aus, in der besagte Töchter miterfasst werden. Hier lag das operative Ergebnis bei minus 100 Mio., das EGT bei minus 79,6 Mio. Euro.

Beim ORF wird die Lage langsam, aber sicher brenzlig, meinen Insider. Das Eigenkapital ist 2008 auf 212 Mio. Euro geschrumpft. Name gelöscht wurde eine negatives EGT von 30 Mio. Euro budgetiert, doch nach derzeitigem Stand - die Werbeeinnahmen sind laut ORF-Kreisen um ein Fünftel bis ein Viertel eingebrochen - dürfte der Verlust doppelt so hoch ausfallen. Damit nähere sich das Eigenkapital bedrohlich der Marke von 100 Mio. Euro, die als unterstes Limit gilt.(Renate Graber, Andreas Schnauder, DER STANDARD; Printausgabe, 16.7.2009)


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