[A-DX] Langwelle 171 kHz
Herbert Meixner via groups.ioSamstag, 18. Juli 2026, 20:49 Uhr
https://mediumwave.info/news/ July 18, 2026 mw Ydun's Medium Wave Info News from the long and medium wave bands ----------- Ist die Zukunft von Medi 1 weiterhin ungewiss? Sie scheint ungewiss, da sich der neue Eigentümer SNRT weigert, Stellung zu nehmen, doch die Sendeleistung auf 171 kHz wurde reduziert. Die Geschichte dieses traditionsreichen Radiosenders ist recht kurios. Am 28. März 1978, während eines Besuchs von Hassan II. in Frankreich, wurde der Beschluss gefasst, einen französisch-marokkanischen kommerziellen Radiosender zu gründen, und die Projektleitung wurde dem französischen Unternehmen SOFIRAD anvertraut. Das französisch-marokkanische Abkommen zur Gründung dieses Radiosenders sowie dessen Spezifikationen blieben vertraulich, und sein rechtlicher Status blieb unklar, da die Dokumente nie im Amtsblatt veröffentlicht wurden. Radio Méditerranée Internationale Médi 1 ging 1980 auf Sendung und befand sich zu 25,5 % im Besitz der marokkanischen Außenhandelsbank, zu 25,5 % im Besitz der Omnium Nord Africain-Gruppe und zu 49 % im Besitz Frankreichs. Die französische Beteiligung wurde über die Compagnie Internationale de Radio et Télévision (CIRT) gehalten, deren Muttergesellschaft SOFIRAD war, die wiederum dem französischen Staat gehörte. Von Beginn an garantierte Frankreich (das nur eine Minderheitsbeteiligung hielt), dass dieser Radiosender niemals Teil der französischen Rundfunkholding „Audiovisuel extérieur de la France“ werden würde. Etwa zwanzig Jahre lang wurde Médi 1 eine staatliche Subvention (in Höhe von 1 bis 2 Millionen Euro) gezahlt. Diese Subvention reichte jedoch nicht aus, um ein ausgeglichenes Betriebsergebnis zu erzielen. In der Folge verbesserten das starke Wachstum des marokkanischen Werbemarktes und die de facto bestehende Exklusivstellung von Médi 1 dessen Ergebnisse: 1994 beliefen sich die Gewinne auf 1,4 Millionen Francs. Der Sender nutzte dies, um in seine Anlagen zu investieren und diese zu modernisieren, um seine Hörerschaft in Algerien und Tunesien über Langwellenausstrahlung zu vergrößern. Médi 1 war zwar unabhängig von Frankreich, doch 30 Jahre lang war Pierre Casalta Geschäftsführer: ein ehemaliger Journalist bei Radio Monte Carlo und Sofirad nahestehend. Ab 1991 war die CIRT als Vertreterin der Sofirad dafür zuständig, französische Journalisten zu rekrutieren und Médi 1 zur Verfügung zu stellen. Ein Zuschuss der französischen Regierung in Höhe von 7 Millionen Francs deckte die Personalkosten. Nach dem Rückzug Frankreichs wurde Médi1 zu einem privaten, kommerziellen Unternehmen. Französische und marokkanische Partner, darunter Banken und große Konzerne, waren im Vorstand vertreten. In den letzten Jahren hat der Wunsch der marokkanischen Regierung, einen öffentlich-rechtlichen Rundfunksektor zu schaffen – einschließlich des Erwerbs von 86,3 % des Radiosenders Médi1 durch die Nationale Rundfunk- und Fernsehgesellschaft (SNRT) – dieses Vorhaben zum Erfolg geführt. Es ist unmöglich, sich ein klares Bild von der Zukunft des Langwellenradios in Marokko zu machen, zumal die SNRT den Sendebetrieb von ihrem Sender in Azila eingestellt hat. Médi1 deckt Marokko über UKW ab. Das Langwellenradio deckt den Großraum Maghreb (Marokko, Algerien, Tunesien, Mauretanien und einen Teil Libyens) sowie die Mittelmeerküste (Spanien, Frankreich und Italien) ab. Der Unterhalt des Senders in Nador stellt eine erhebliche finanzielle Belastung dar. Die Antennen wurden 2009 für 30 Millionen Euro umfassend modernisiert, wobei 50 % der Kosten von der marokkanischen Regierung getragen wurden. Die Sender selbst wurden jedoch nicht ausgetauscht und nähern sich nun dem Ende ihrer Lebensdauer. Facebook-Gruppe „Radio Magazine“ (17.07.2026) Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)

