[A-DX] Tschechien: Sendetürme stehen zum Verkauf

Herbert Meixner via groups.io
Donnerstag, 06. August 2026, 09:51 Uhr


Quelle: BC-DX 1660

TSCHECHISCHE REPUBLIK   Die höchsten Türme Tschechiens stehen zum 
Verkauf, müssen jedoch ohne Reparaturen abgerissen werden.

Die höchsten Bauwerke Tschechiens suchen einen neuen Eigentümer, doch 
wer auch immer sie übernimmt, wird mit enormen Reparaturkosten 
konfrontiert sein und damit rechnen müssen, dass die ikonischen Türme 
letztendlich verschwinden könnten.

Die Liblice-B-Funkmasten in der Nähe von Český Brod, zwei 355 Meter hohe 
Türme, die 1976 fertiggestellt wurden, wurden von der Tschechischen 
Funkkommunikationsgesellschaft (CRA) zum Verkauf angeboten, nachdem sie 
mit dem Ende des Mittelwellenrundfunks ihren ursprünglichen Zweck 
verloren hatten. Die Zwillingstürme, die zu den höchsten abgespannten 
Bauwerken Europas zählen, sehen sich nun einer ungewissen Zukunft gegenüber.

Während Anwohner und Denkmalschutzgruppen hoffen, dass das Gelände in 
eine neue Attraktion umgewandelt oder für Rettungsdienste umgenutzt 
werden kann, hat der derzeitige Eigentümer darauf hingewiesen, dass 
erhebliche Investitionen erforderlich sein werden, um die Bauwerke zu 
erhalten.

Die CRA hat keinen festen Verkaufspreis für die Liblice-Sendemasten 
bekannt gegeben, sondern lässt den endgültigen Betrag offen für 
Verhandlungen mit potenziellen Käufern. Das Unternehmen schätzt jedoch, 
dass der neue Eigentümer mindestens 170 Millionen CZK in dringende 
Reparaturen und Instandhaltungsmaßnahmen investieren müsste.

Das dringlichste Problem ist das Verankerungssystem der Türme. Experten 
haben festgestellt, dass die Lebensdauer der bestehenden Stützkabel nur 
noch bis Ende 2026 reicht, wobei die Kosten für den Austausch auf rund 
120 Millionen CZK geschätzt werden.
Zu den weiteren Ausgaben zählen Korrosionsschutzmaßnahmen sowie die 
Durchführung einer umfassenden Generalüberholung der Aufzüge, die im 
Inneren der Türme verlaufen.

Der künftige Eigentümer wäre zudem für die Wartung der 
Luftfahrtwarnleuchten und anderer Sicherheitssysteme verantwortlich, da 
die Türme ein erhebliches Hindernis für Flugzeuge darstellen. Die CRA 
hat darauf hingewiesen, dass bei detaillierten Inspektionen 
möglicherweise weitere versteckte Mängel entdeckt werden könnten.

Selbst ein Abriss wäre ein kostspieliges Unterfangen, das aufgrund der
Größe und Lage der Bauwerke umfangreiche Planung, Umweltschutzmaßnahmen, 
Abfallentsorgung und Sicherheitsvorkehrungen erfordern würde.

Die Sendemasten in Liblice dienten ursprünglich als Teil des 
Mittelwellen-Rundfunknetzes des Landes, doch ihre Bedeutung nahm mit dem 
Übergang zum digitalen Rundfunk ab. Die Mittelwellenübertragungen von 
diesem Standort aus endeten im Jahr 2021, und seitdem stehen die Türme 
größtenteils ungenutzt da.

Lokale Initiativen haben sich gegen Pläne zu ihrem Abriss ausgesprochen 
und argumentieren, dass die Bauwerke zu einem unverwechselbaren 
Wahrzeichen der Region geworden sind. Der Bürgerverein „Spolek pratel 
obce“ Liblice hat mehrere mögliche
Zukunftsnutzungen vorgeschlagen, darunter die Öffnung der Türme für 
Touristen oder deren Nutzung durch Rettungsdienste oder das Militär.

Die Türme sind mit Aufzügen ausgestattet, die bis zur Spitze führen, was
den Zugang für Besucher potenziell ermöglichen könnte, sofern die 
notwendigen Sicherheitsnachrüstungen durchgeführt würden. Eine solche 
Umgestaltung würde jedoch erhebliche Investitionen sowie eine Einigung 
zwischen dem Eigentümer, den Behörden und potenziellen Betreibern erfordern.

Tschechiens höchste Bauwerke, die 355 Meter hohen Liblice_B-Funkmasten, 
stehen nach ihrer Ausschreibung zum Verkauf vor einer ungewissen 
Zukunft. Was sollte Ihrer Meinung nach mit den höchsten Türmen 
Tschechiens geschehen?

Die Liblice_B-Türme haben bereits frühere Bedrohungen für ihre Existenz 
überstehen können. Kleinere, 150 Meter hohe Sendemasten am nahegelegenen 
Standort Liblice_A wurden im Jahr 2004 abgerissen, während ein 270 Meter 
hoher Funkturm in Topolna im Osten Tschechiens im Jahr 2022 abgerissen 
wurde.

Derzeit ist das Schicksal der höchsten Bauwerke des Landes noch ungewiss.
Ein neuer Eigentümer könnte die Türme erhalten und ihnen eine neue 
Bestimmung geben, oder sie könnten zu einem weiteren Stück tschechischer 
Ingenieursgeschichte werden, das dem Abriss zum Opfer fällt.



(Expats_Cz_Von_Jason_Pirodsky; 25. Juli 2025; via
Mike Terry-UK, BrDXC-UK iogr bcnews 27. Juli)

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