[A-DX] OT: Was eine Sofi mit der Kurzwelle macht ...

Tom Kamp via groups.io
Sonntag, 16. August 2026, 18:41 Uhr


"Eine totale Sonnenfinsternis erlaubt es, der Ionosphäre ein wenig in 
die Karten zu schauen. Allerdings sollte man sich dafür im oder 
zumindest nahe des Kernschattens befinden, also der Zone der totalen 
Verfinsterung, die letzten Mittwoch von Grönland und Island kommend über 
den Ostatlantik, Nordspanien und die Balearen verlief.

Dort kann man dann beobachten, wie die D-Region rapide ihre dämpfende 
Wirkung auf die Kurzwelle verliert, weil ohne Sonne die Ionisation 
unmittelbar aufhört und die noch relativ hohe Gasdichte in etwa 60 km 
Höhe dazu führt, dass die freien Elektronen binnen weniger Sekunden 
vollständig rekombinieren. Der E-Region passiert kurz darauf dasselbe, 
und dann ist die Bahn frei zur F-Region. Hier rekombinieren die 
Elektronen nur noch sehr langsam zu neutralen Atomen, drei Minuten ohne 
Sonne bleiben da praktisch ohne Wirkung. Und so kann man dann im 
Kernschatten mitten am Tag auf 80 und sogar 160 Meter QSOs machen. Aber 
eben nur diese paar Minuten, denn ebenso schnell, wie D- und E-Region 
verschwunden waren, tauchen sie auch wieder auf, sobald die Sonne wieder 
strahlt.

Abgesehen davon ist eine totale Sonnenfinsternis natürlich vor allem 
optisch ein absolutes Ausnahmeerlebnis. In Deutschland müssen wir darauf 
bis 2081 warten, aber am 2. August des nächsten Jahres gibt es bereits 
die nächste in Europa. Und wieder hat Spanien das Glück, dabei zu sein, 
allerdings nur der äußerste Süden. Diese Finsternis wird eine 
außergewöhnlich lange Totalitätsphase haben, etwa viereinhalb Minuten in 
Gibraltar und fast sechseinhalb Minuten im südlichen Ägypten."

Christian Reiber, DL8MDW, heute auf Radio DARC

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