Re: [A-DX] Medi 1 - Sendetürme gesprengt

Rémy Friess
Samstag, 31. Oktober 2026, 15:59 Uhr


Hallo,

Le 31/10/2026 à 10:15, Name gelöscht via a-dx a écrit :
> Am 30.10.2026 um 12:23 schrieb Wolfgang Name gelöscht via a-dx 
> :
>> Sind die Abschaltgründe bekannt? Gleiche Gründe wie in Europa?
> Davon gehe ich aus. Langwellensender haben halt nur noch eine extrem kleine Hörerzahl, [...]

Richtig... Aber nicht ganz...

Hier in Frankreich ist die Versorgung durch UKW gar nicht perfekt. Ja, 
das öffentlich-rechtliche Radio France deckt das Land ab. Man schätzt 
dass die Sender 98% des Landes versorgen.

Aber bei den Privaten is die Lage nicht so gut. Zum einen weil die 
Sender bei weitem nicht so leistungstark sind. Typisches Beispiel : in 
der Gegend von Mulhouse, Radio France 100 kW, RTL, Europe 1, RMC, NRJ, 
usw... 1 kW. Zum anderen weil diese Sender in der Nähe der Grosstädte 
stehen, wo sie am meisten Menschen per Kilowatt versorgen können. Die 
Leute auf dem Land sind aber nicht versorgt.

Ich wohne in einer mittelgrossen Stadt. RTL kann ich nur ziemlich 
schlecht auf UKW empfangen. Europe 1 ist perfekt (ein Kleinsender steht 
in 800 Meter Entfernung), und RMC kommt gar nicht an, um nur die drei 
Sender die früher auf LW sendeten zu nennen.

Als Europe 1 seine Sendungen auf Langwelle aus dem Saarland einstellte, 
fiel es deutlich zurück in den monatlichen Umfragen. Und RTL, das seit 
Jahrzehnten stehts Nummer 1 war, ist nur noch Nummer 2 hinter France 
Inter seit der LW Sender dicht machte. Das kann kein Zufall sein.

Wenn sich DAB+ hierzulande durchgesetzt hat wird sich die Lage 
verbessern, weil die öffentlich-rechtlichen und die Privaten auf den 
selben Multiplexen arbeiten. Aber da werden noch ein paar Jahren 
vergehen bis es soweit ist.

Dann werden endlich ÖR und Privat gleichgestellt sein. Es sei denn es 
gibt dann kein ör Radio mehr. Da müssen wir die nächste 
Präsidentschaftwahl in 2027 abwarten, weil einer/eine der Favoriten der 
Wahl sich für die Übergabe des Rundfukwesens an den Privaten Sektor 
einsetzt.

73, Rémy.