[A-DX] UKW + Androhung

Herbert Meixner
Do Jun 4 20:38:43 CEST 2015


http://derstandard.at/2000016940360/Preis-Poker-Deutscher-Senderbetreiber-droht-UKW-abzuschalten
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Preis-Poker: Deutscher Senderbetreiber droht, UKW abzuschalten
4. Juni 2015, 08:30

Will höhere Sendermieten bei Bundesnetzagentur durchsetzen - Netzagentur 
will Markt öffnen

Berlin/München/Wien - Die deutsche Senderbetreiberin Media Broadcast 
will nach einem Bericht des deutschen Branchendienstes "Kontakter" 
höhere Mieten für ihre UKW-Sender durchsetzen. Die Tochter der 
Telediffusion de France droht dafür laut "Kontakter", andernfalls 
UKW-Sender ab März 2017 abzuschalten. Fast alle Privatsender nützten die 
Media-Broadcast-Sender.

Die Bundesnetzagentur soll demnächst einen Rahmen für die Sendermieten 
festlegen. Media Broadcast fordere, dass bei den Entgelten die Kosten 
für Wiederbeschaffung der Anlagen berücksichtigt werden, fasst turi2 den 
kostenpflichtigen "Kontakter"-Bericht zusammen. Andernfalls wäre die 
UKW-Übertragung infrage gestellt.
Marktbeherrscher

Ein Sprecher der Bundesnetzagentur wird zitiert mit: Es entbehre 
"jeglicher konkreter Vorstellungskraft", dass die Existenz von Media 
Broadcast gefährdet sei. Das Ziel der Netzagentur sei, den Markt für 
weitere anbieter zu öffnen; bisher beherrsche Media Broadcast den Markt. 
Sie besitze fast alle der 1.600 privaten UKW-Sendestandorte in Deutschland.
Handyfernsehen, DAB+: Media Broadcast in Österreich

In Österreich unternahm die Media Broadcast ein paar Anläufe: Sie bot 
Mitte der 2000er Jahre mit um den österreichischen 
Sender-Marktbeherrscher - die gerade in die ORS ausgegliederten 
ORF-Sender. Zum Zug kam schließlich Raiffeisen mit einer 
40-Prozent-Beteiligung an der ORS.

2008 erhielt die Media Broadcast in einem Konsortium mit den 
Mobilfunkern 3 und One die Lizenz für das eher kurzlebig entschlafene 
Handy-Fernsehen (DVB-H), hier kooperierte sie schließlich mit der ORS.
Digitalradio-Test

Für den gerade angelaufenen Digitalradio-Testbetrieb in Wien (DAB+) 
legte die Media Broadcast ein Angebot, was offenbar die ORS motivierte, 
die schließlich zum Zug kam.

In den Debatten um DAB+ und den Testbetrieb warnen vor allem die - nicht 
beteiligten - ORF und Kronehit eindringlich vor einem raschen Umstieg 
auf DAB+ und verlangen im Fall des Falles einen langen Parallelbetrieb. 
Der freilich würde den ORF "mindestens 50 Millionen Euro im Jahr 
kosten", erklärte ORF-Chef Alexander Wrabetz gerade seinen 
Publikumsräten. (red,