[A-DX] Weltraumwetter: US-Wetterbehörde NOAA von massiven Einschnitten bedroht / auch DARC-Funkwettervorhersagen wären betroffen
Tom Kamp via groups.ioSonntag, 02. März 2025, 11:56 Uhr
Bundesbedienstete, die bei der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) arbeiten, befürchten, dass die Trump-Regierung die NOAA massiv beschneiden wird. Das hat unter anderem der US-Sender NPR berichtet. Die Beamten haben demnach eine Liste mit Begriffen bekommen, die in den Programmen, die sie verwalten, gegen Anordnungen verstoßen könnten. Die Liste enthält Wörter wie "Klimawandel", "Umweltverschmutzung" und "natürliche Ressourcen". Wenn es zu Maßnahmen kommt, sind wohl auch die Funkwettervorhersagen des DARC betroffen. In einem Regierungsentwurf namens "Project 2025", den konservative Gruppen unter der Führung der Heritage Foundation erstellt haben, wird die NOAA als "eine der treibenden Kräfte hinter der Klimawandelwarnindustrie" bezeichnet. Der Entwurf sieht vor, die Behörde aufzulösen, ihr Budget zu kürzen und einen Großteil ihrer Wettervorhersagen zu privatisieren. Die Website SpeaceWeather.com kommentiert, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis es einen neuen Carrington- oder sogar einen schlimmeren Miyake-Ereignis gebe. "Um diesen Sturm zu sehen, brauchen wir die NOAA. Alle ernst zu nehmenden Weltraumwettervorhersager verlassen sich bei der Vorhersage von Sonnenstürmen auf die Satelliten, Datenfeeds und Computermodelle der NOAA." Und appelliert an die Trump-Regierung: "Zerstören Sie nicht dieses Juwel einer Behörde, gerade wenn wir sie am meisten brauchen". Auch der DARC benutzt die Daten der NOAA für seine Funkwetterberichte in den sozialen Medien, Rundsprüchen, Newslettern und auf der Webseite darc.de. Wenn die NOAA beschnitten wird, ist das mehr als schlecht für die Wissenschaft. Besonders für die Geowissenschaften, die Meteorologie, aber auch für Betreiber von Energie- und Telekommunikationsinfrastruktur. Pipelines und Satellitensysteme sind bei Sonnenstürmen sehr gefährdet. Die NOAA warnt vor solchen Sonnenstürmen. So können durch entsprechende Maßnahmen größere Schäden vermieden werden. Ironie der Geschichte: Am 8. Februar 2022 berichtete SpaceX, dass 40 von 49 Starlink-Satelliten abgestürzt seien. Elon Musk, heute einflussreicher "Berater" des US-Präsidenten in der neuen Trump-Regierung, sagte damals, der Orbitalverfall der Starlink-Satelliten stünde mit einem Sonnensturm in Verbindung, der am 3. Februar 2022 begonnen hatte. SpaceX setzte seine 49 Satelliten trotz einer Warnung vor einem Weltraumunwetter in einer niedrigen Höhe von 200 Kilometern aus. Von dort aus sollten die Satelliten aus eigener Kraft ihren endgültigen Orbit ansteuern. Doch der erhöhte Luftwiderstand ließ den größten Teil der Satelliten abstürzen. Das hat SpaceX schätzungsweise 100 Millionen Dollar gekostet. 73 Tom DF5JL -- Tom DF5JL | df5jl.darc.de/ QTH N50.64° E6.92° | JO30LP R-8E | R-2000 | Grahn GS5 *****Protected by DefenderUI