[A-DX] Lokalradio - "Konsolidierungsphase" in Bayern
Roger Thauer via groups.ioMittwoch, 31. Dezember 2025, 19:11 Uhr
https://www.radioszene.de/208998/blr-mantelprogramm-eingestellt.html Laut übereinstimmenden Berichten wird zum 31.12.2025 das Mantelprogramm der BLR eingestellt. Die Audio-Nachrichten aus Bayern, Deutschland und der Welt werden den bayerischen Lokalradios aber weiterhin geliefert. Die Nachrichtenausgaben in den Nachtstunden werden seit August 2025 gemeinsam mit ANTENNE BAYERN produziert. Die BLR plant, im ersten Quartal 2026 auch in das Funkhaus der ANTENNE BAYERN GROUP in Ismaning zu ziehen (RADIOSZENE berichtete). Der egoFM-Moderator Dominik Kollmann schrieb gestern bei Facebook: „Heute Nacht geht ein kleines Stück bayerische Radio-Geschichte zu Ende. Mit dem BLR-Mantelprogramm endet ab morgen eine Ära: Über 30 Jahre haben meine Kollegen die bayerischen Lokalsender abends, nachts & an den Wochenenden mit Herz, Stimme und Programm gefüllt. Knapp anderthalb Jahre durfte auch ich als Moderator ein Teil davon sein – und das erfüllt mich mit Stolz. Dieses Programm hat mich schließlich schon in meiner Kindheit & Jugend als Moderator bei Radio Chiemgau begleitet. Ein letztes Mal… hört man sich heute Nacht auf den angeschlossenen Sendern – von Mitternacht bis 6 Uhr morgens.“ "Konsolidierungsphase" in Bayern In ganz Bayern sind die Privatradios auf Konsolidierungskurs mit immer mehr Kooperationen, Neuausrichtungen und *Fusionen*. In Landshut und Straubing wurden Radio Trausnitz und Radio AWN zu "maximal RADIO" zusammengelegt. Überall dort, wo es gesellschaftliche Verbindungen gibt, werden zunehmend Synergien genutzt. So wurden z. B. bei Radio IN in Ingolstadt und Radio Charivari in Regensburg die Produktionselemente aneinander angepasst, um in den Randzeiten gemeinsame Programme auszustrahlen, wie uns ein aufmerksamer Hörer berichtete. Radio Primaton in Schweinfurt wurde nach einer Insolvenz in Radio Gong umbenannt und wird nun überwiegend aus dem Funkhaus Würzburg beliefert. Auch die Lokalradios Radio 8 in Ansbach, Radio Ramasuri in Weiden sowie Unser Radio in Passau und Deggendorf rücken programmlich noch näher zusammen und wollen ab jetzt ein eigenes gemeinsames Mantelprogramm produzieren. Das ist heute mit einem Moderator, der für alle drei Sender unterschiedliche Moderationen per Voicetracking parallel aufnimmt, leicht zu bewerkstelligen. In den letzten Jahren hatten mehrere Lokalradios das Mantelprogramm der BLR verlassen und automatisieren seitdem den Abend- und Nachtbetrieb mit zugelieferten Nachrichten, Wetter und Verkehr selbst. Andere Radiosender in Bayern wie RSA Radio im Allgäu und extra radio in Hof, haben den Sendebetrieb ganz eingestellt. LLM/GPT5-Kommentar: 🟡 1. Weniger echte Moderation — mehr Wiederholung Über Jahrzehnte haben Moderatoren der BLR abends, nachts und am Wochenende mit Stimme, Persönlichkeit und lokalem Flair gefüllt, was viele Hörerinnen und Hörer auf kleinen Lokalwellen zu schätzen wussten. Mit dem Ende des Mantelprogramms verschwindet diese Form der persönlichen Begleitung. Stattdessen werden zunehmend automatisierte Programme oder von großen Konzernen produzierte Inhalte eingespeist. Das bedeutet: Weniger Diversität in der Stimme des Radios / Mehr austauschbare „Radio-Sounds“ ohne lokale Identität Lasst uns nicht vergessen: Für viele Menschen war genau diese lokale, persönliche Moderation ein Grund, Lokalradio überhaupt einzuschalten. 🟣 2. Regionalität wird verwässert Das Mantelprogramm war kein nur technisches Produkt — es war „bayerisch im Herzen“, mit Nachrichten, Themen und Moderationen, die oft bayerischen Lokalbezug hatten. Auch wenn Nachrichten weiterhin geliefert werden, geht der programmschaffende Kontext verloren, der Radiosender als Stimme der Region erlebbar machte. Viele Hörer werden künftig das Gefühl haben, mehr „Radio von irgendwo“ zu hören als wirkliches Radio aus der eigenen Stadt oder Region. 🟢 3. Konzentration bei Großanbietern – weniger Wettbewerb Der Umzug der BLR zum Antenne-Bayern-Funkhaus zeigt, wohin die Reise geht: Lokale Inhalte werden zugunsten zentralisierter Produktion durch große Medienkonzerne ersetzt. Das ist wirtschaftlich nachvollziehbar, für uns Hörer aber problematisch, weil: - mediale Vielfalt weiter schrumpft - kleinere Stimmen und Nischenformate es schwerer haben - Lokalsender immer ähnlicher klingen Kurz: Dort, wo früher noch echte Vielfalt möglich war, bleibt künftig oft nur ein Einheitsbrei aus den Studios großer Marken. 🔁 4. Trend, nicht Ausnahme Dieser Schritt ist kein Einzelfall. Viele private und öffentlich-rechtliche Radiosender reduzieren live moderierte Inhalte oder zentralisieren Programme (z. B. gemeinsame Nacht- oder Abendprogramme). Für uns Hörer heißt das: ➡️ Radio wird zunehmend algorithmisch und standardisiert, statt persönlich und lokal. 📉 Was bleibt für die Hörer? Nachrichten, Wetter und Verkehr – ja. Echter, persönlicher Radiokontakt – tendenziell nein. Lokale Vielfalt und Moderation – gefährdet. Für viele Radiohörer ist das kein Fortschritt, sondern ein Verlust: weniger echte Stimme im Radio, weniger Identität, mehr Austauschbarkeit. Die Einstellung des BLR-Mantelprogramms beendet nicht nur eine Ära – sie markiert einen Punkt, an dem Radio sich weiter von dem entfernt, was viele Menschen daran liebten: Nah bei uns, statt irgendwo da draußen. roger

