Re: [A-DX] ><title>شب نامه | صدای آزادی</title>< ><title>shab-nāmeh | sadaye azadi<

Roger Thauer via groups.io
Samstag, 17. Januar 2026, 18:47 Uhr


Am 17.01.2026 um 18:26 schrieb Roger Thauer via groups.io:
> Neben technischer Sabotage setzt der Staat auf direkte Repression:
> Drohnen-Überwachung:
> Sicherheitskräfte setzen Drohnen ein, um die charakteristischen 
> Starlink-Antennen auf Hausdächern aufzuspüren

Um die Entdeckung durch Drohnen oder Sicherheitskräfte zu verhindern, 
haben Aktivisten und Techniker im Iran im Januar 2026 sehr kreative und 
riskante Methoden entwickelt. Hier sind die gängigsten Taktiken:

1. Physische Tarnung („Stealth-Antennen“)
Die weiße, flache Form der Starlink-Schüsseln ist aus der Luft extrem 
leicht zu erkennen. Dagegen wird folgendes unternommen:

Bemalung:
Die Antennen werden mit speziellen, nicht-metallischen Farben (oft 
mattes Grau oder Beige) besprüht, damit sie auf Beton- oder 
Ziegeldächern weniger auffallen. Metallische Farben würden das Signal 
blockieren.

Stoffabdeckungen:
Viele Nutzer legen dünne, dunkle Stoffe oder Plastiktüten über die 
Schüssel. Da die Mikrowellen des Satelliten dünnes Plastik oder Stoff 
durchdringen, bleibt die Verbindung bestehen, während die Schüssel 
optisch mit dem Schattenwurf des Daches verschmilzt.

Verstecken in Alltagsgegenständen:
Es gibt Berichte über Antennen, die in alten Klimaanlagen-Gehäusen (die 
im Iran auf fast jedem Dach stehen) oder hinter Satellitenschüsseln für 
das Fernsehen montiert werden.

2. Mobilität und „Hit-and-Run“-Internet
Da stationäre Signale durch Peilsender der Regierung ortbar sind, nutzen 
viele Aktivisten das System mobil:

Mobile Hotspots:
Die Terminals werden auf Autodächern montiert (oft unter 
Dachgepäckträgern versteckt) und nur kurzzeitig an verschiedenen Orten 
in Betrieb genommen. Sobald die Daten hochgeladen sind, wechselt das 
Fahrzeug den Standort.

Batteriebetrieb:
Viele nutzen tragbare Powerstations (wie Jackery oder EcoFlow), um die 
Terminals unabhängig vom Stromnetz zu betreiben, da das Regime in 
Stadtteilen mit hohen Protestaktivitäten oft gezielt den Strom abschaltet.

3. Technische Tarnung gegen Peilsender
Die iranischen Sicherheitskräfte nutzen Funkpeilung (Triangulation), um 
die aktive Kommunikation der Schüsseln zu finden:

Abschirmung nach unten:
Aktivisten legen die Schüsseln oft in Metallwannen oder auf 
Aluminiumfolie, die so geformt ist, dass das Signal nur steil nach oben 
zum Satelliten gesendet wird, aber keine Streustrahlung zur Seite 
(Richtung Boden) abgibt. Das erschwert die Ortung durch vorbeifahrende 
Peilwagen.

Kurze Sendezeiten:
Das Internet wird nur für wenige Minuten am Tag aktiviert, um „Pakete“ 
(Videos, Berichte) hochzuladen, und danach sofort physisch vom Strom 
getrennt.

4. Dezentrale Verteilung (Relais-Systeme)
Um zu verhindern, dass die Nutzer direkt bei der Antenne verhaftet werden:

Lange Kabelwege:
Das Terminal steht auf einem entfernten, verlassenen Gebäude, und die 
Verbindung wird über lange LAN-Kabel oder starke WLAN-Richtfunkantennen 
in ein anderes Gebäude geleitet. So führt eine Entdeckung der Hardware 
nicht direkt zum Versteck der Aktivisten.

Aktuelle Gefahr: Thermalkameras
Ein neues Problem im Januar 2026 ist der Einsatz von Wärmebildkameras an 
Drohnen. Da Starlink-Antennen im Betrieb Wärme abgeben (besonders wenn 
die Heizfunktion gegen Schnee/Eis aktiviert ist), leuchten sie nachts 
auf Wärmebildern hell auf. Aktivisten versuchen dies durch zusätzliche 
Belüftung oder isolierende Gehäuse zu dämpfen, was jedoch oft die 
Hardware überhitzt.


roger