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Re: [A-DX] Re: OM Ladner u. ARCHIV mit Waschplatz


  • Subject: Re: [A-DX] Re: OM Ladner u. ARCHIV mit Waschplatz
  • From: "Reinhard Meier" <xreinhard.meier@xxxxxxxxxxxxx>
  • Date: Mon, 13 Sep 2004 17:13:29 +0200

Hallo Wolff, Hallo Runde,
kleine Korrektur: die Bandgeschwindigkeit war damals 76,1cm/sek. Ich habe mal ein Hörspiel mit dieser Geschwindigkeit und flüssig geklebten Bändern senden "dürfen". Nachdem mir innerhalb von ca. 15 Minuten 13 Klebestellen aufgegangen waren, habe ich die Sendung (sollte 1962 ca. 2 Stunden dauern) abgebrochen und ein Ersatzprogramm in Absprache mit dem LvD (Leiter vom Dienst) gesendet. Und das Alles, weil die Redaktion "zu faul" war, das Band vorher auf seine Sendefähigkeit zu prüfen.
Gruß
Reinhard
(der oft noch gerne an die "Erlebnisse" der damaligen Zeit zurück denkt. Das war noch Rundfunk. Aber heute???)

----- Original Message ----- From: "Wolf Harranth" <harranth@xxxxxxxx>
To: "paul gager" <aon.912332257@xxxxxx>
Cc: "liste aliste" <liste@xxxxxxx>
Sent: Sunday, September 12, 2004 8:28 PM
Subject: Re: [A-DX] Re: OM Ladner u. ARCHIV mit Waschplatz



Dazu noch eine kleine Anekdote:

25 Jahre bei Ö3- eine Bilanz von Martina Rupp- im Interview mit
Vera(KronenZeitung)

Als ich begonnen hab- haben wir die Bänder für die Beiträge noch
richtig mit der Schere, mit entmagnetisierten Schneidescheren, geschnitten...
Das war keine Schneiderschere, sondern eine spezielle Schere, sogar mit exakt für die Schnittposition abgewinkelter Spitze.

Meine Schre habe ich heute noch und arbeite zuhause auch noch damit


und geklebt.
Nein, geklebt wurde nicht mit der Schere, sondern mit Klebeband. Anfangs (aber da gab's die Martina Rupp noch nicht) sogar mit Flüssigkleber. Die Agfa-W-Bänder aus der DDR rissen wie Papier, und nach dem Kleben warf sich die Schnittstelle blasig auf. Bei 78cm/sek bewirkte das im günstigsten Fall ein "Plopp!", im ungünstigsten Fall einen Bandriss. (Ich habe beim Restaurieren von Bändern Hunderte solcher Schnittstellen bereinigt...)

Und dann hat's doch unterm Dach im Archiv diesen Waschplatz für die Vinylplatten gegeben.
Ach Gottchen. Das war zur Zeit, als es Mode wurde, Platten "nass" zu fahren. Hinterher waren die Rillen verklebt, man musste also jedesmal wieder nass fahren. Wer eine solche Scheibe auf einen Turntable auflegte, der nicht über die Plastikröhre mit dem Pinsel am Ende verfügte, erlebte seine blauen Wunder. Am besten bei einer Live-Sendung.

Das war eine Schweinerei, wirklich


Was es tatsächlich gab, aber da war Martina Rupp... (siehe oben), waren die Wachsplatten: Die mussten kühl gelagert werden und ließen sich nur zwei, dreimal abspielen, dann wurde die Wachsschicht weggeschmolzen und neu aufgetragen. Später kamen die Lack-Platten. Die hielten ein paar Abspielvorgänge mehr aus. Der schwarze Lack war spröde; wenn man die Scheibe ein bisschen verbog, knackste es, und man konnte mit spitzem Finger die Bruchstücke abziehen - wie Glasreste aus einer geborstenen Fensterscheibe - und die weiße Celluloid-Scheibe mit frischem Lack bestreichen...

Ich hatte immer mit Neid auf die Leute gestarrt, die Kaugummi kauten. Bei Rot-Weiß-Rot war ich noch nicht, und die RAVAG lag in der russischen Zone, da gab's keinen Kaugummi. Aber die schwarzen Lacksplitter wurden im Mund weich und schmeckten irgendwie komisch und ließen sich gut kauen...

73 de Wolf
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