[Date Prev][Date Next][Thread Prev][Thread Next][Date Index][Thread Index]

AW: [A-DX] ebay: AOR AR 7030



Guten Morgen in die Runde - und in einiger Eile zumindest eine erste
Antwort:
Die Bildung von Übersteuerungsprodukten folgt gewissen Gesetzmäßigkeiten. Es
handelt sich ja dabei um Inlinearitäten vor allem zweiter und dritter
Ordnung. Sie entstehen aus der Summen- und Differenzbildung von mindesten
zwei oder mehreren Empfangssignalen in allen ihren Kombinationen: man
rechne.
http://mhf-e.desy.de/sites/site_mhf-e/content/e157/e158/infoboxContent161/In
fo-Blatt_01%5B1%5D.01_Intermodulation.pdf

Die Tropenbändern sind davon nicht so stark betroffen wie die höheren
Bänder. Und hier geht vieles im allgemeinen Sendergemurmel unter. So richtig
wahrnehmbar sind diese Effekte vor allem in eher schwächer (bzw. mit
schwächeren Sendern) belegten Bereichen. Das 40-m-Band der Funkamateure ist
hierfür ein in jeder Hinsicht typisches Beispiel.
Eine Untersuchung von AEG-Telefunken (Söllner, Helmut: Großsignal-Parameter
von Empfängern, Ulm, 1986) weist nach, dass bei breitbandigem Eingang ein
IP3 von mindestens +35 dBm notwendig ist, um sich die Produkte einigermaßen
vom Hals zu halten. Er führte seine Untersuchungen mit zehn
Signalgeneratoren durch, die bis zu 40 mV Spannung lieferten. Die Ergebnisse
zeigen zugleich, dass die heutigen Testmethoden z.B. der ARRL, aber auch des
DARC mit zwei Generatoren den tatsächlichen Verhältnissen nicht annähernd
gerecht werden.
Aus all diesem geht hervor:
* die praktischen Auswirkungen unterscheiden sich nicht nur nach Receiver,
sondern auch nach Antennen, Tageszeit und Bedingungen und benutztem Band
* liegt der IP3 unter, sagen wir, +20 dBm, so wird an breitbandigen Antennen
eine zusätzliche Vorselektion mit einiger Sicherheit sich wohltuend
auswirken
Beim Perseus hingegen gibt es im 40-m-Amateurfunkband keinen Unterschied, ob
sich ihn mit zusätzlichem Braun-Vorfilter betreibe oder ohne. Nebenbei: auch
ein passiver Preselektor muss natürlich einen IP3 von über +40 dBm
aufweisen, was nur bei höchstwertigen und großen Spulen die Regel, ansonsten
die absolute Ausnahme ist; von aktiven Preselektoren gar nicht zu reden!
Achja: Intermodulation ist nur ein Großsignal-Ereignis, das mäßige Receiver
beeinträchtigt. 
73 Nils

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: owner-liste@xxxxxxx [mailto:owner-liste@xxxxxxx] Im Auftrag von Ulli
Grunow
Gesendet: Freitag, 1. Februar 2008 09:40
An: liste@xxxxxxx
Betreff: RE: [A-DX] ebay: AOR AR 7030


[...]
Hier eine generelle Frage an die praxiserfahrenen Kurzwellenhörer:
Ist in der Praxis bei Kurzwellenhörern und den dabei üblichen Antennen
wirklich noch Not an Pre-selektoren, die helfen solche Übersteuerungen zu
beseitigen ? Für welche Frequenzen ist das hauptsächlich nötig ? Tropenband,
Mittelwelle, höherer Kurzwellenbereich ???
[...]




--
-----------------------------------------------------------------------
Diese Mail wurde ueber die A-DX Mailing-Liste gesendet.
Admin: Christoph Ratzer, OE2CRM  http://www.ratzer.at
-----------------------------------------------------------------------
Private Verwendung der A-DX Meldungen fuer Hobbyzwecke ist gestattet, jede
kommerzielle Verwendung bedarf der Zustimmung des A-DX Listenbetreibers.