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Re: [A-DX] "Amateurfunk heute" war: Verkauf: drei Transceiver


  • Subject: Re: [A-DX] "Amateurfunk heute" war: Verkauf: drei Transceiver
  • From: Patrick Strasser OE6PSE <oe6pse@xxxxxxxxxxxxxxxx>
  • Date: Sun, 10 Mar 2013 13:06:42 +0100

schrieb Nils Schiffhauer on 2013-03-10 12:39:
> Ich schildere das alles nur deshalb so ausführlich, weil ich nach wie vor
> auf der Suche nach einer besseren Lösung bin. Mein iBook über Utility-DXen
> ist in einem Jahr über 5.000mal runtergeladen und sogar gelesen worden. Da
> kann man eben auch multimediamäßig (Video, Galerien, Audio,
> Response-Elemente etc.) alles machen was wünschbar ist. Und es ist weltweit
> sofort ohne Zensur (wenn mal nur mal Elektronik nimmt ...) verfügbar. Wer
> will, kriegt auch ein Erlösmodell, das alle Verlage wie
> Manchester-Kapitalisten dastehen lässt. Und rasch aktualisieren kann man den
> Kram auch noch. Indes: nicht jeder hat ein iPad. Aber was es heißt, eine
> einmal gemachte Seite für drei, vier verschiedene Medienformate zu machen,
> weiß ich zur Genüge!

Ein paar Gedanken dazu:

Elektronische Publikation hat schon genannte Vorteile, aber auch
Nachteile: Wie schaut es in 5 Jahren mit der Lesbarkeit aus? Was machen,
wenn die technischen Einrichtungen, die die Rechte überwachen, nicht
mehr verfügbar sind? Beispiel: Amazon-Account gelöscht, Verlag tot...
Wie können solche Sachen archiviert werden? Gerade im Bereich Funk wird
vieles auch nach Jahren nicht obsolet, sondern halt durch neue
Erkenntnisse bereichert. Wie geht man damit um, dass für das Nutzen der
elektronischen Veröffentlichung bestimmte Geräte benötigt werden? Ein
iPad kostet ein paar hundert Euro, ein Mac, damit ich die Software
updaten kann noch einiges mehr. Für ein Buch brauch ich nur etwas Zeit
und Licht. Da wird ein elektronisches Buch sehr teuer...

Ein Problem auf einer anderen Ebene: Beim Buch ist es klar machbar, den
Aufwand abzugelten. Die Rechte und Pflichten der Parteien sind klar, das
Urheberrecht ist in diesem Bereich gut anwendbar und die Anwendung durch
Erfahrung gut bekannt. Wie schaut es jetzt bei elektronischer
Veröffentlichung aus? DRM vs. Privatkopie? Mich würde dazu einmal die
Sichtweise eines Autors als Produzent, aber auch als Konsument von
Literatur interessieren.
Ich persönlich bin (möglicherweise schon bekannt) ein starker Vertreter
von solidarisch-kooperativer Behandlung von Wissen, wobei
Free/Libre/Open Source und Creative Commons eine mögliche Ausprägung
sind. Dass wir derzeit noch offene Fragen bezüglich Urheberrecht und
Abgeltung haben ist mir bewusst - ich hoffe da geht bald etwas in der
Gesellschaft weiter...

Der Informationsteil unserer Gesellschaft stützt sich mittlerweile stark
auf das Internet, das stelle ich für mich ganz wertungsfrei fest. Damit
einher geht aber eine gewisse Flüchtigkeit der Informationen, die ich
schon bedaure. Websites sind von selbst nicht von Dauer. Ich empfinde es
als große Herausforderung, eine gute Balance zwischen Flexibilität des
Internets und Dauerhaftigkeit von Papier zu finden.

Abschließend möchte ich mich als großer Fan von Papier deklarieren.
Bibliotheken umfassen Bücher aus vielen Jahrhunderten, und diese Form
der Wissensaufbewahrung hat sich bis jetzt als unvergleichlich dauerhaft
erwiesen. Ich kaufe gerne Bücher, weil ich sie auch Jahre später noch
problemlos lesen kann. Darüber hinaus ist mir die physische Form einfach
sehr sympathisch. Da kann ich ohne Probleme Anmerkungen machen,
Lesezeichen oder Eselsohren hinein tun, schnell parallel Dinge
aufschlagen. Das einzige, was ich beim Buch-Lesen wirklich schmerzlich
vermisse ist eine Volltextsuche ;-)

LG

Patrick

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Patrick Strasser OE6PSE <oe6pse at wirklich priv at>
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